Schäfer können Geld vom Bund für Schutz vor Wölfen bekommen | SPIEGEL

Schäfer, die mit ihren Herden durch Gebiete mit Wölfen ziehen, können für Schutzvorkehrungen künftig Unterstützung des Bundes beantragen. Aus einem Förderprogramm steht nach Angaben des Agrarministeriums gut eine Million Euro bereit.

Ressortchefin Julia Klöckner (CDU) teilte mit, die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland sei ein Erfolg des Artenschutzes. Dies stelle aber besonders die Wanderschäfer vor große Herausforderungen.

Mobile Elektrozäune und andere Schutzmaßnahmen kosteten nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Von Montag an können Wanderschäfer, die durch Wolfs- und Wolfspräventionsgebiete ziehen, daher eine Förderung beantragen. Im ”Bundesprogramm Wolf” vorgesehen sind Prämien von bis zu 36 Euro pro Schaf.

Der empfohlene Mindestschutz vor Wölfen besteht in den meisten Bundesländern aus einem 90 Zentimeter hohen Elektrozaun mit 2000 Volt Spannung.

Weil Wölfe dazu neigen, unter Zäunen hindurch zu schlüpfen, sollten diese nah am Boden verlaufen.

Welche Förderung Schäfer auf Bundesländerebene für Herdenschutzmaßnahmen beantragen konnten, ist regional unterschiedlich geregelt.

Über einen stärkeren Schutz von Weidetieren vor Wolfsattacken wird seit Längerem diskutiert. Das Bundeskabinett hatte im Mai einen Gesetzentwurf verabschiedet, der den Abschuss von Wölfen nach Schäden erleichtern soll. Demnach bleibt aber Voraussetzung, dass Tiere gerissen wurden.

Union will den Entwurf im Bundestag noch nachschärfen.

Im gesamten Bundesgebiet leben laut der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf 73 Rudel, fünf Wolfspaare und zehn Einzeltiere, die meisten davon in Niedersachsen (20 Rudel), Sachsen (18 Rudel), Brandenburg (17 Rudel) und Sachsen-Anhalt (13 Rudel).

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