Pimeätähtäin vertailu – Villisikajahtiin | Nachtjagd – Nachtsicht vs. Wärmebild im Praxistest

Was taugen Nachtsicht und Wärmebildgeräte zur Nachtjagd? Wir haben uns für alle Wildschadensgeplagten einmal den Stand der Technik angesehen und verschiedene Geräte ausprobiert, die das Sehen im Dunkeln erleichtern sollen.

Nachtjagd – Ansprechen wird zur Herausforderung

Zurzeit des vermehrten Wiesenschadens verzweifelt der ein oder andere nahezu. Die Sauen scheinen überall gleichzeitig zu sein, aber ein Rankommen gestaltet sich schwierig.

Es gibt Situationen, bei denen das reine Mondlicht einfach nicht ausreicht – besonders dann nicht, wenn schon jede zweite Wiese im Revier auf links gedreht ist und der Schaden finanziell schmerzhaft wird. Da aber auch die Waidgerechtigkeit dabei nicht zu kurz kommen darf, ist auch bei höchstem Schaden das genaue Ansprechen unablässlich.

Schließlich haben die meisten Bachen bereits Frischlinge im Kessel oder sind kurz davor zu frischen. Daher kann es nur den abgeschlagenen Frischlingen und Überläuferbanden gelten, die mal hier, mal dort umherstreifen.

Hilfsmittel zur Nachtjagd

Ohne Hilfsmittel kann aber das Ansprechen in der Dunkelheit zur echten Herausforderung werden. Zum Glück gibt es mittlerweile technische Lösungen, die auch für den Normalsterblichen einsetzbar und einigermaßen erschwinglich sind. Dabei sind zwei Techniken zu unterscheiden.

Test Zielfernrohre Nachtjagd jagd Jägermagazin Swarovski Zeiss Vixen

Nachtjagd mit Nachtsicht

Nachtsichtgeräte machen sich zunutze, dass es, obwohl es für das menschliche Auge so erscheint, oft gar nicht völlig dunkel ist. Mond- oder Streulicht einer nahen Stadt sorgen für sogenanntes Restlicht. Dieses Restlicht wird durch das Nachtsichtgerät aufgefangen und durch die verbauten Bildröhren so elektronisch verstärkt, dass es für das menschliche Auge sichtbar wird.

Dadurch können Details erkannt werden, die mit bloßem Auge gar nicht mehr oder nur noch als unförmiger Klumpen wahrnehmbar sind.

Nachtsicht mit Wärmebild

Wärmebildgeräte benötigen keinerlei vorhandenes Restlicht, funktionieren also auch in vollständiger Dunkelheit und machen einen von der Witterung weitgehend unabhängig.

Von dem beobachteten Objekt und der Umgebung werden Wärmestrahlen unterschiedlicher Intensität gesendet. Diese Strahlen werden durch einen Sensor im Wärmebildgerät registriert und elektronisch in ein Bild umgewandelt. Dabei können schon sehr geringe Temperaturunterschiede von unter einem Grad Celsius sichtbar gemacht werden.

Unsere Testgeräte für die Nachtjagd

Bei allen Geräten handelte es sich um handgehaltene Monokulare. Sie bieten denVorteil, dass nur ein Auge bei der Benutzung geblendet wird und so die Nachtsichtfähigkeit verliert.

Dies ist wichtig zu beachten, wenn nach dem Ansprechen mithilfe der normalen Zieloptik geschossen werden soll. Das Auge benötigt 20 bis 30 Minuten, um sich wieder an die Dunkelheit zu gewöhnen.

Daher sollte man nur mit dem Auge, das nicht zum Zielen benötigt wird, durchs jeweilige Gerät schauen.

NITEHOG WÄRMEBILD TIR-M35

Nitehog TIR-M35 Nachtjagd - Nachtsicht vs. Wärmebild im Test

Einfach übersichtliche Bedienung, da nur drei Knöpfe auf dem Bedienteil: 1. Helligkeitsstufen, 2. Zoom, 3. Bildjustierung. Der Ein- und Ausschalter liegt seitlich. Nachteil: Justierung verursacht deutlich und recht laut hörbares Klickgeräusch im Vergleich zu den anderen getesteten Geräten. Gute Bildschärfe für Wärmebild. Scharf gestellt wird am Objektiv. Das Gerät wird mit wiederladbaren Akkus geliefert.

Vorteile

  • leichte Bedienung
  • sehr gute Bildschärfe
  • schnelle Fokussierung am Objektiv
  • sparsamer Akkubetrieb

Nachteile

  • Bildjustierung verursacht relativ lautes, mechanisches Geräusch

PULSAR CORE FXD-50

Pulsar Core FXD-50 Nachtjagd - Nachtsicht vs. Wärmebild im Test

Das Gerät wird nicht mit Akkus geliefert, die Batterien sind recht teuer. Die Bedienung ist weitgehend selbsterklärend. Das hellgrüne Wärmebild ist angenehm für das Auge. Durch den Fokus am Objektiv ist das Bild auch prima für nahe und weite Objekte scharf zu stellen. Durch die vielen Helligkeitsstufen kann das Gerät genau eingestellt werden. Es ist sehr handlich, passt fast in jede Tasche.

Vorteile

  • viele Helligkeitsstufen
  • sehr angenehmes Bild
  • leichte Bedienung

Nachteile

  • keine mitgelieferten Akkus
  • hoher Batterieverbrauch

NITEHOG NIR-M

Nitehog NIR-M Nachtjagd - Nachtsicht vs. Wärmebild im Test

Das Gerät ist sehr handlich, klein und leicht mitzuführen – ideal also für die Pirsch. Die Bedienung ist leicht verständlich und intuitiv. Helles, gut sichtbares Bild. Sehr gute Bildqualität. Schnelle Scharfstellung durch seitliches Fokussierrad. Mit einem passenden Adapter auch prima als Vorsatzgerät für Kamera und Fernglas verwendbar. „Für mich das beste Nachtsichtgerät im Test“, sagt Dahme.

Vorteile

  • Taschenformat
  • sehr gute Bildqualität
  • ideal als Vorsatzgerät für Fernglas, Kamera oder Zielfernrohr im Ausland

Nachteile

  • Objektivschutz öffnet leicht unbeabsichtigt

JAHNKE DJ8 NSV-KOMPAKT 1X56

Das Gerät hat eine sehr gute Bildqualität. Der zusätzliche Infrarot (IR)-Aufheller ist in vier Stufen verstellbar und eng fokussierbar für größere Distanzen. Nachteil dadurch: bei Regen, Nebel, feuchtem Wetter besteht erhöhte Blendgefahr. Durch die Größe und die seitliche Infrarot-Leuchte nicht so handlich, kein Taschenformat. Scharf stellen erfolgt hier vor dem Objektiv mit einem Stellring mit Hebel.

Vorteile

  • sehr gute Bildqualität
  • zusätzlicher IR-Aufheller distanztauglich

Nachteile

  • recht groß
  • Blendung bei Regen
  • unhandliche Fokussierung

Überblick und Punkte der verschiedenen Nachtjagd-Geräte

Eigenschaften / Gerät

Nitehog TIR-M35

Pulsar Core FXD-50

Nitehog NIR-M

Jahnke DJ8 NSV

Bedienung

5

5

6

4

Größe/Gewicht

5

6

6

4

Unabhängigkeit (Wetter, Licht)

6

6

3

3

Sichtfeld

4

5

5

5

Distanz

6

6

4

4

Helligkeit/Varianz

6

6

5

6

Ansprechen (Kirrungsdistanz)

4

5

6

6

Batterieleistung

5

4

5

5

Preis/Leistung

4

5

6

5

Gesamtpunkte (Durchschnitt) 

5

5

5

5

Erfahrungen mit den verschiedenen Geräten

Wärmebildgeräte haben sich in der Praxis am ehesten dafür tauglich gezeigt, größere Flächen schnell und bequem abzuglasen. So lässt sich rasch klären, ob sich die Sauen auf einer Fläche, und sei sie noch so groß, befinden.

Auch einzelne Stücke sind schnell auszumachen, da sie sich deutlich von der Umgebung abheben, auch an Waldkanten oder im Schlagschatten.

Dazu ist man durch die Technik fast völlig unabhängig von Witterung oder anderen Lichtquellen. Einzig sehr starker Nebel verhindert das Einfangen von Wärmestrahlung und macht einen blind.

Obwohl sich die Wildarten mit dem Wärmebildgerät auch auf größere Distanzen ziemlich gut unterscheiden lassen, ist für das eindeutige Ansprechen von Geschlechtern auch auf kürzere Distanzen Übung notwendig – Gesäuge oder Kurzwildbret sind auf den ersten oder ungeübten Blick nicht unbedingt richtig zu erkennen.

Die Stärke von Nachtsichtgeräten bei der Nachtjagd

Hier können Nachtsichtgeräte ihre Stärken ausspielen, mit ihnen ist es zwar schwieriger, auf größeren Flächen Wild zu finden, insbesondere wenn Bewuchs Schlagschatten wirft, aber im Unterschied zum elektronisch umgewandelten Bild des Wärmebildgeräts, das etwas unschärfer daherkommt, zeigen sie ein reales Bild. So ist ein Ansprechen viel eher möglich.

Gerade auf typische Kirrungsdistanzen können so auch Details erkannt werden. Letztlich entscheiden die Revierverhältnisse und die Jagdgewohnheiten darüber, welches Gerät am besten geeignet ist.

Jagt man hauptsächlich an der Kirrung und hat durch eine nahe Stadt Licht zur Verfügung, wird man mit einem Restlichtverstärker gut bedient sein.

Muss man auf großen Wiesenflächen die Sauen suchen, um sie angehen zu können, oder will man sie von Weitem anwechseln sehen, ist ein Wärmebildgerät die erste Wahl.

Zusatzfunktionen der Nachtjagdtechnik

Mit entsprechenden Adapterringen können alle Geräte mit dem Fernglas oder einer Foto- oder Filmkamera kombiniert werden. Für die Auslandsjagd lassen sie sich auch mit dem Zielfernrohr verbinden.

Dadurch kann es aber zu einer erheblichen Treffpunktverlagerung kommen, so dass zur Montage ein kundiger Büchsenmacher zurate gezogen werden sollte und eine anschließende Treffpunktlagenkontrolle unbedingt erfolgen muss.

In Deutschland ist das Verwenden als Vorsatzgerät verboten, und auch im Ausland sollte man sich genau über die Bestimmungen informieren.

Lähde: Nachtjagd – Nachtsicht vs. Wärmebild im Praxistest

Advertisements
Kategoria(t): Riistanhoito Avainsana(t): . Lisää kestolinkki kirjanmerkkeihisi.